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Sommer im Venn!

Die Brutsaison der Vögel geht zu Ende und die ersten Rastvögel sammeln sich in den Schutzgebieten. Im Zwillbrocker Venn haben Füchse durch ihre Beutezüge eine erfolgreiche Brut der Flamingos und vieler anderer Wasservögel verhindert. Der Bau eines Schutzzaunes und eine gezielte Bejagung sollen dies zukünftig verhindern.

Biodiversität in der Agrarlandschaft


Das Projekt „Biodiversität in der Agrarlandschaft“ entstand auf Initiative der iglo GmbH Reken. Nachhaltigkeit zählt zu den angestrebten Konzernzielen, und so entstand ein erster Kontakt zwischen iglo und der Biologischen Station Zwillbrock e.V. mit dem Ziel, bei der Gemüseproduktion auch eine Nachhaltigkeit im Umgang mit Biologischer Vielfalt zu erreichen. Aus diesem ersten Kontakt wurde schließlich ein E+E-Projekt, das durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert wurde. An der Finanzierung beteiligten sich neben dem Bund die iglo GmbH, die Biologische Station Zwillbrock e.V. und die Stiftung „Natur und Landschaft Westmünsterland“. Träger des Projekts war die Biologische Station Zwillbrock e.V., die Voruntersuchung hatte eine Laufzeit vom 01.08.2005 bis zum 28.02.2008.
Ziel des E+E-Projektes war es, am Beispiel des Gemüseanbaus für die iglo GmbH Strukturen und Verfahren für einen nachhaltigen Umgang mit Biologischer Vielfalt in der Landwirtschaft zu entwickeln. Dabei spielte der Aufbau einer Beratung zum Thema Biologische Vielfalt für die iglo-Vertragslandwirte eine zentrale Rolle.

Die Betriebsberatung soll den iglo-Vertragslandwirt in die Lage versetzen, mit der Biologischen Vielfalt auf seinem Betrieb nachhaltig und verantwortungsbewusst umzugehen. Dazu gehört zunächst die Information darüber, wo sich auf seinem Betrieb wichtige Elemente der Biologischen Vielfalt befinden. Dazu wurden die Flächen von Mitarbeitern der Biologischen Station Zwillbrock e.V. begangen und Vorkommen von Tierarten, Pflanzenarten und Biotoptypen mit Bedeutung für den Erhalt der Biologischen Vielfalt gezielt erfasst. Dabei wurden auch Flächen notiert, die mit vertretbarem Aufwand für den Erhalt der Biologischen Vielfalt optimiert werden könnten.
Im zweiten Schritt wurden für die Flächen, die für den Erhalt der Biologischen Vielfalt des landwirtschaftlichen Betriebes wichtig sind, Erhaltungs- und Entwicklungsziele formuliert und geeignete Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen entwickelt.
Schließlich wurden die bisherigen Ergebnisse dem Betriebsinhaber vorgestellt. Für Flächen, die für den Erhalt der Biologischen Vielfalt auf seinem Betrieb wichtig sind, wurden gemeinsam Möglichkeiten gesucht, die wirtschaftlichen Betriebsziele und die für den Erhalt der Biologischen Vielfalt notwendigen Maßnahmen miteinander zur Deckung zu bringen. Der sich ergebende Aufwand und Finanzbedarf wurde abgeschätzt und Möglichkeiten gesucht, die Finanzierung sicher zu stellen. Neben Mitteln der iglo GmbH kommen dazu vor allem die gezielte Nutzung von Mitteln des Kulturlandschaftsprogramms und die Integration der Flächen und Maßnahmen in ein Ökokonto in Betracht.

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Nach Abschluss des E+E-Projekts konnte die Fortsetzung als E+E-Hauptvorhaben aus organisatorischen Gründen nicht wie für 2008 geplant stattfinden. Dennoch wurde das Projekt fortgesetzt: für 4 weitere Betriebe wurde mit der Betriebsberatung Biologische Vielfalt begonnen und in 2009 fortgesetzt, so dass inzwischen 19 Betriebe mit einer Gesamtfläche von ca. 1500 ha am Projekt teilgenommen haben.
Es hat sich gezeigt, dass eine gemeinsame Beratung von Biologen und Landwirten zum Erhalt der Biologischen Vielfalt in der Kulturlandschaft einen sinnvollen und pragmatischen Ansatz der Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz darstellt. Besonders wichtig für die Landwirte war dabei, dass sie als Betriebsinhaber die Entscheidungshoheit über ihre Betriebsflächen behalten. Klar wurde aber auch, dass sich Maßnahmen bei aller Offenheit der Flächeneigentümer nur dann umsetzen lassen, wenn sie betriebswirtschaftlich mindestens unschädlich sind und nicht zu Mehrkosten für den Landwirt führen. Für die Mitarbeiter der Biologischen Station Zwillbrock e.V. war die hohe Akzeptanz für solche Maßnahmen durch die Landwirte eine positive Überraschung: Auch für die besonders seltenen und gefährdeten Arten (z.B. FFH-Anhangsarten) konnte eine Zustimmung zu sinnvollen Maßnahmen erreicht werden. Allerdings zeigte sich auch, dass es Maßnahmen gibt, die sich trotz der offenen und positiven Gesprächsatmosphäre kaum umsetzen lassen. So ist es beispielsweise aus betriebswirtschaftlichen Gründen kaum möglich, größere Ackerschläge durch Anpflanzungen von Hecken zu gliedern.
Zur Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen müssen aber noch die Kosten für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen ermittelt und Möglichkeiten für die Finanzierung gefunden werden. Auch die Modalitäten für die Umsetzung und die Finanzierung durch die iglo GmbH sind noch weiterzuentwickeln. Dazu ist auch weiterhin die Fortsetzung des E+E-Projektes in Form eines so genannten Hauptvorhabens geplant.
Für die iglo GmbH als Initiator ist wichtig, dass mit der Betriebsberatung Biologische Vielfalt ein Instrument gefunden wurde, das den nachhaltigen Umgang mit Biologischer Vielfalt im Gemüseanbau ermöglicht und dadurch das Image und die Kommunikation der Marke iglo als Premiummarke nachhaltig stützen kann.
Das Projekt wurde von der Stiftung Natur und Landschaft Westmünsterland finanziell unterstützt.

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