Eine Hommage an Exoten im Münsterland

TOTROKKEN

Was hat ein Likör mit dem Namen TOTROKKEN mit den Flamingos im Zwillbrocker Venn zu tun?

Totrokken ist ein plattdeutscher Begriff für „zugezogen“ und weist auf die Gründung der Brutkolonie der Flamingos im Zwillbrocker Venn in den 1980er Jahren hin.
To trokken kann aber auch mit „zu trocken“ übersetzt werden und steht damit doppeldeutig auch für die Gefährdung der Brutkolonie durch die zunehmende Sommertrockenheit der letzten Jahre, die Austrocknung des Brutlebensraumes der Flamingos in Zwillbrock aber auch anderer wichtiger Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere.

Für den TOTROKKEN dient der seltene, im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn heimische Gagelstrauch, lateinisch Myrica gale genannt, als erlesenes Gewürz und ergibt kombiniert mit anderen fruchtigen Kräuternoten einen milden neuartigen Kräuterlikör, den Sie unbedingt probieren sollten.

Mit dem Kauf einer Flasche TOTROKKEN tragen Sie gleichzeitig zum Erhalt von gefährdeten Mooren und Heiden bei. 1 € fließt direkt an die Stiftung Natur und Landschaft Westmünsterland.

Bezugsmöglichkeiten

TOTROKKEN ist ein besonders Geschenk aus der Region und kann vorort im Ausstellungsshop der Biologischen Station Zwillbrock, im Verkaufsbereich der Firma Sasse in Schöppingen aber auch im gut sortierten Getränkehandel erworben werden.

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(c) Sasse

NATURLIKÖRE SELBST KREIEREN

Einmalig in 2026: Freitag, 12.06

Entdecken Sie die Kunst des Likörmachens inmitten der Natur. Gemeinsam mit der Stiftung Natur und Landschaft Westmünsterland erkunden Sie das Zwillbrocker Venn – Heimat der nördlichsten Flamingo-Kolonie Europas. Auf dieser geführten Tour sammeln Sie ausgewählte, heimische Botanicals, die später die Basis für Ihren ganz persönlichen Kräuterlikör bilden. Der Höhepunkt der Expedition ist der Besuch bei den Flamingos, bevor es weiter zur Feinbrennerei Sasse nach Schöppingen geht.

Dort führen die Master-Distiller Hendrik und Joscha in die Welt der Destillation ein. Sie lernen, wie aus natürlichen Zutaten ein einzigartiger Likör entsteht – und kreieren Ihre eigene Rezeptur. Am Ende nehmen Sie eine 500ml Flasche Ihres selbst destillierten Kräuterlikörs mit nach Hause. Ein rustikales Frühstück am Morgen und ein gemeinsamer Mittagsimbiss runden das Erlebnis kulinarisch ab.

Hinweis: Der Rundgang im Venn findet zum Teil auf unbefestigten Wegen statt und ist nicht barrierefrei! Dem Wetter angepasste Kleidung ist ausreichend.


Dauer: ca. 8 Stunden 
Kosten: 185,00 € pro Person

Anmeldung

Die Anmeldung zum Workshop erfolgt bei der Firma Sasse.

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Flamingos im Zwillbrocker Venn (c) H. Stroetmann

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(c) Sasse

Gagelstrauch (Myrica gale)

Geschmack der Region - Gewürz für TOTROKKEN

Der Gagel oder Gagelstrauch (Myrica gale) gehört zur Familie der Gagelstrauchgewächse (Myricaceae). Er ist in Nordamerika und Nordwesteuropa verbreitet und in Europa die einzige Art der Familie Myricaceae.

In Deutschland ist das Vorkommen des Gagelstrauches auf Bereiche mit atlantischem Klima beschränkt. Dort besiedelt er vorwiegend Moorränder und feuchte Heiden. Schaut man genau hin, kann man feststellen, dass sich das Verbreitungsgebiet des Gagelstrauchs mit der ehemaligen Verbreitung des sogenannten Grutbieres (= Gagelbier) deckt. Dies liegt daran, dass der Gagel in Nordwesteuropa früher statt Hopfen als Gewürz bei der Herstellung von Bier verwendet wurde.
Weitere Anwendungsgebiete des Gagels fanden und finden sich in der Herstellung von Kräuterlikören und Parfüms, als Gewürz, beim Gerben, als Insektenrepellent und als Färbemittel. In der Vergangenheit kam dem Gagel demnach eine große (wirtschaftliche) Bedeutung zu.

Auch ökologisch betrachtet nimmt der Gagel eine wichtige Stellung ein. Er stellt für die Raupen einiger nicht spezialisierter Schmetterlingsarten, wie dem Heidespanner (Ematurga atomaria), der Wolfsmilch-Rindeneule (Acronicta euphorbiae) und dem Rotrandbär (Diacrisia sannio), eine wichtige Nahrungsquelle dar. Zudem bildet er mit dem Strahlenpilz Frankia alnie eine stickstofffixierende Wurzelsymbiose aus. Diese hilft dem Gagel, an seinem nährstoffarmen Standort zu überleben.

Von seiner Gestalt her ist der Gagelstrauch ein sommergrüner Laubstrauch von 0,5 bis 1,5m Höhe. Die lederartigen Laubblätter sind an den dunkelbraunen Ästen wechselständig angeordnet, bis zu 6cm lang und 2cm breit und haben einen aromatisch bitteren Geschmack.
Der Gagel ist eine sogenannte zweihäusige Pflanze, entweder mit weiblichen oder männlichen Blüten an einer Pflanzen: Die weiblichen Blüten stehen in kurzen gelb-braunen Ähren ab, die männlichen Blüten in länglichen gelb-grünen Ähren. Die Blütezeit des Gargelstrauchs ist von April bis Mai und setzt damit noch vor dem Laubaustrieb ein.
Sowohl an den Ästen, als auch an den Blättern und Blütenständen des Gagels befinden sich goldglänzende Drüsen, die stark aromatisch duften und würzige ätherische Öle absondern. Für die Herstellung des TOTROKKEN eigen sich die jungen, frischen Blätter des Gagels.

Heute steht der Gagel auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten. Durch lebensraumverändernde Faktoren, wie die Eutrophierung, Trockenlegung und Beschattung seiner Standorte, sind seine Bestände stark gefährdet. Um so wertvoller sind daher noch vorhandene Bestände in geschützten Feuchtgebieten – wie im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn.

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Gagelstrauch im Zwillbrockert Venn (c) D. Ikemeyer

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Blühender, weiblicher Gagelstrauch  (c) D. Ikemeyer

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Blühender, männlicher Gagelstrauch  (c) D. Ikemeyer

Flamingos und Lachmöwen im Zwillbrocker Venn (c) Biologische Station Zwillbrock

Zwillbrocker Venn

Das Zwillbrocker Venn ist ein Schutzgebiet an der deutsch-niederländischen Grenze ganz im Westen von Vreden. Es ist der Rest eines ehemaligen Hochmoorgebietes und bietet für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wie Flamingos und Gagelstrauch einen einzigartigen Lebensraum im Westmünsterland.

Das Zwillbrocker Venn ist ein Schutzgebiet an der deutsch-niederländischen Grenze ganz im Westen von Vreden. Es ist der Rest eines ehemaligen Hochmoorgebietes und bietet für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wie Flamingos und Gagelstrauch einen einzigartigen Lebensraum im Westmünsterland.

Lachmöwen und Flamingos im Zwillbrocker Venn (c) Biologische Station Zwillbrock